foodRegio Trendtag widmet sich den Wünschen und Bedürfnissen der Konsumenten

Den Erwartungen auf der Spur

Von der Erwartung zur Enttäuschung ist es ein kurzer und schneller Weg. Der 11. foodRegio Trendtag widmet sich den Erwartungen der Konsumenten an die Ernährung und zeigt auf, wie die Ernährungswirtschaft aus einem Risiko- einen Erfolgsfaktor machen kann.

Die Ansprüche der Konsumenten an Lebensmittel und Getränke sind eine sensible Angelegenheit: Sie sind nicht immer nachvollziehbar, fordern die Ernährungswirtschaft immer wieder aufs Neue heraus und doch führt kein Weg an ihnen vorbei. „Die Erwartungen der Konsumenten sind die Triebfedern unserer täglichen Arbeit, denn es sind die Kunden, die mit dem Kauf oder Nicht-Kauf wesentlich über den Unternehmenserfolg entscheiden“, sagt Jochen Brüggen, Vorstandsvorsitzender des foodRegio e.V. Das norddeutsche Branchennetzwerk der Ernährungswirtschaft veranstaltet am 23. Februar den 11. Trendtag und richtet dabei für einen Tag alle Sinne auf die Erwartungen der Konsumenten. Unter dem Motto "food / future / expectations" infor-mieren Referenten im Rahmen von Vorträgen und Fachforen zu den Themen Genuss, Gesundheit und Vertrieb, und zeigen auf, wie Hersteller den Erwartungen der Konsumenten auf die Spur kommen und Food Trends für sich nutzen können.

Individuelle Bedürfnisse statt Zielgruppen

Nun könnte man fragen: Ansprüche hatten die Konsumenten schon immer – warum verdienen die Erwartungen der Konsumenten an die Ernährung gerade heute besondere Aufmerksamkeit? Wer beim gemeinsamen Essen mit Kollegen, Freunden oder der Familie genauer hinhört, wird feststellen: Die Politik, der Alltag oder auch das Wetter sind nicht mehr allein die zentralen Gesprächsthemen. Es wird sich gerne und ausgiebig über Ernährung unterhalten. Darüber, was gesund ist oder nicht, boowas schmeckt oder was ein unangenehmes Grummeln im Bauch verursacht. Ernährung ist inzwischen weitaus mehr als die bloße Zufuhr von Nährstoffen, um satt zu werden: „Sie ist heutzutage nicht mehr nur die Befriedigung eines bloßen Grundbedürfnisses. Ernährung ist vielmehr zur Projektionsfläche des eigenen Ichs geworden, auf der sich Einstellungen, Werte und Meinungen widerspiegeln“. Die Anforderungen, die an Lebensmittel und Getränke gestellt werden, sind nicht nur allgemein höher sondern auch komplexer geworden. „Die Menschen verlangen Produkte, die so individuell sind wie sie selbst und genau zu ihrem Lebensstil passen“, weiß Brüggen. Vor allem der gesellschaftliche Trend zur Individualisierung habe dafür gesorgt, dass klassische Zielgruppen inzwischen ein Relikt vergangener Tage seien. „Unternehmen aus der Ernährungswirtschaft sehen sich mit den Bedürfnissen von Millionen Einzelindividuen konfrontiert“, so Brüggen. Umso wichtiger sei es, dass sich die Branche mit den Bedürfnissen und Wünschen der Konsumenten gezielt auseinandersetzt.


Nach der Kühlung und Pulverisierung sammelt sich das Fett in Pulverform oder als sehr kleine Kügelchen am Boden der Fat Crystallization Unit.


Wild

„Die Kunst ist es, die wirklich relevanten Themen zu erkennen“

Als Vorstandsvorsitzender des norddeutschen Branchennetzwerks foodRegio e.V. und persönlich haftender Gesellschafter des Cerealien-Experten
Brüggen kennt Jochen Brüggen den stetigen Wandel, in dem sich die Ernährungswirtschaft befindet. Mit LT spricht er darüber, wie Hersteller von Lebensmitteln und
Getränken Food Trends erkennen und für sich nutzen können.


LT: Food Trends haben sich in den letzten Jahren stark vermehrt und sind zugleich kurzlebiger geworden – was bedeutet diese Entwicklung für die Ernährungswirtschaft?
Jochen Brüggen: Der Druck auf uns Lebensmittelhersteller steigt und wir müssen uns in unseren Unternehmensprozessen flexibler aufstellen, um schnell und adäquat auf Trends reagieren zu können.
LT: Welche Ansätze gibt es hierzu bereits?
Brüggen: Die viel beschworene "Losgröße 1" oder die digitalisierte "Smart-Food-Factory" sind erfolgsversprechende Ansätze, mit denen wir als Produzenten den sich schnell ändernden Konsumentenerwartungen wirksam begegnen können. Gerade für die industrielle Produktion von Lebensmitteln resultiert dies in immer höheren Anforderungen an die Flexibilität der Prozesse.
LT: Wie können Unternehmen Food Trends gewinnbringend für sich nutzen?
Brüggen: Die Kunst ist es, die wirklich relevanten Themen zu erkennen, denn Informationen über Trends – oder vermeintliche Trends – gibt es in fast unübersehbarer Hülle und Fülle.
LT: Wie trennt man dabei die Spreu vom Weizen?
Brüggen: Um bedeutsame Trends zu erkennen, muss man möglichst dicht am Konsumenten dran sein, seine Wünsche und Bedürfnisse kennenlernen und verstehen. Im digitalen Zeitalter eignen sich hierfür natürlich besonders die sozialen Netzwerke, wie Facebook, Instagram oder Food-Blogs, in denen man aktuelle Entwicklungen nachvollziehen kann.
LT: Nicht jeder Trend ist für jedes Unternehmen gleich erfolgsversprechend...
Brüggen: Gleichzeitig gibt es Trend-Themen wie die personalisierte und individualisierte Ernährung, die die gesamte Ernährungswirtschaft betreffen. Diese Trends sind stark im Kommen und fordern von Lebensmittelherstellern Antworten, die langfristig geeignet sind.
LT: Welche Alternativen gibt es zu den sozialen Medien, um Zielgruppen besser kennen zu lernen? Brüggen: Im Hinblick auf den Trend hin zur Individualisierung hat sich in der Vergangenheit besonders ein Lösungsansatz hervorgetan - nämlich die Produktentwicklung gemeinsam mit den Konsumenten, auch Co-Creation oder Open-Innovation genannt.

Der elfte Trendtag der norddeutschen Ernährungswirtschaft findet am 23. Februar in Lübeck statt. Anmeldeschluss ist am 16.02.2017
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für die Auswahl ist die geforderte Druckdifferenz.

Titel LT
lupe

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