Schutzmaßnahmen für die Reinigung von Förderbändern in Getränkebetrieben

Mit Sicherheit zur Sauberkeit

In der Getränkeindustrie müssen Transportbänder für Flaschen und Kästen häufig gereinigt werden. In vielen Betrieben geschieht dies manuell. Gefährlich kann es dabei werden, wenn die Förderstrecken über mehrere Ebenen verlaufen. Denn Mitarbeiter steigen zum Reinigen auf die hoch gelegenen Bänder. Eine Praxishilfe mit einem abgestuften Maßnahmenkonzept zeigt, wie sich die Reinigung der Transportbänder ohne Absturzgefahr gestalten lässt.

Sie sind schmal, oft mehrere Meter über dem Hallenboden und zudem nass und rutschig: Die Rede ist von hoch gelegenen Transportbändern für Getränkeflaschen und -kästen während ihrer Reinigung. Wer sich auf einen solchen Untergrund begibt und darauf fortbewegt, weil das Einschäumen und Abspritzen der Bänder so besser durchzuführen ist, setzt sich einer hohen Gefahr aus. Solche gefährlichen Situationen sind in der Getränkeindustrie immer wieder anzutreffen, wie Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaft feststellten. Für die Präventionsexperten bestand somit dringender Handlungsbedarf, verschiedene Maßnahmen zur Minimierung des gegebenen Sturzrisikos zusammenzustellen und den Betrieben zugänglich zu machen.

Wo es die Platzverhältnisse erlauben, sollten sicher begehbare Arbeitsbühnen angebracht werden. © BGN/ Rüther

Um praxisgerechte Lösungen anbieten zu können, ermittelten Maschinensicherheitsexperten der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) vor Ort in Betrieben der Getränkeindustrie, welche Bedingungen für eine sichere und effektive Reinigung der vorhandenen Förderer gegeben sein müssen. Hierzu führten sie eine Gefährdungsbeurteilung für die Reinigung der verschiedenen Arten von Transporteinrichtungen durch. Um das Sturzrisiko beim Begehen der Förderer einschätzen zu können, wurde die Reibung verschiedener Bandoberflächen in trockenem, eingeschäumtem und nassem Zustand ermittelt. Diese und weitere Untersuchungen führte die BGN zusammen mit dem Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung durch. Dabei wurde auch die Stabilität der Förderer betrachtet und es wurden geeignete Absturzsicherungen ermittelt. In die Betrachtungen flossen außerdem die Risiken, die durch einen unerwarteten Anlauf entstehen können, ein: Wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter die Bänder einschaltet, während sich ein anderer zur Reinigung darauf aufhält. Aus den Erkenntnissen wurden Maßnahmen für das Reinigen von Förderern abgeleitet.

Sicherheit durch frühzeitige Planung

Zur Risikovermeidung sollten Förderer, wo immer möglich, vom Boden aus gereinigt werden. Dies ist bis zur üblichen Höhe von 1,2 Metern gut zu bewerkstelligen. Bei hoch gelegenen Förderern können dort, wo kaum mit Störfaktoren wie Schnüren von der Palettensicherung zu rechnen ist, zur Risikovermeidung automatische Reinigungssysteme eingesetzt werden. Das Besteigen der Transportbänder bei der manuellen Reinigung lässt sich vermeiden, wenn der Betrieb dort, wo die Platzverhältnisse es erlauben, Arbeitsbühnen anbringt. Lässt sich ein Begehen nicht vermeiden, muss die Sicherheit durch eine Kombination mehrerer Maßnahmen gewährleistet sein.Ein Stufenkonzept mit einer ausführlichen Auflistung aller Maßnahmen und einer Übersicht der Risiken beim Begehen der Förderbänder steht als Praxishilfe "Reinigung von Gliederbandförderern in der Getränkeabfüllung – Risikoabschätzung und Maßnahmen" zum Herunterladen auf der Website der Berufsgenossenschaft zur Verfügung. Die Untersuchungen von BGN und IFA hatten das Ziel, die Situation an bestehenden Förderanlagen zu verbessern. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse sind aber auch bei der Planung neuer Anlagen hilfreich. In diesem Fall kann die Reinigung von vornherein berücksichtigt werden, sodass Transportbänder später nicht begangen werden müssen und das Sturzrisiko kein Thema mehr ist.


Titel LT
lupe

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