Lean Gravity Mixing für die Herstellung von Babynahrung

Mit der Schwerkraft im Bunde

Der chinesische Babynahrungshersteller Synutra hat in Carhaix Plouguer, Frankreich, für 170 Millionen Euro eine neue Fabrik mit einer Gesamtfläche von 38.000 Quadratmetern errichtet. Zu den Kernprozessen der Produktionsstätte mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen gehört das sogenannte Lean Gravity Mixing.

In seinem neuen Werk verarbeitet Synutra Milch zu trockener Babynahrung, die das Unternehmen nach China exportiert. Die rund 288 Millionen Liter Milch, welche pro Jahr benötigt werden, kommen von den 800 Bauern der regionalen Kooperation Sodiaal. Der Bau der Fabrik auf der grünen Wiese wurde von zehn Lieferanten aus zehn verschiedenen Ländern umgesetzt. In der Planungsphase unterbreitete das niederländische Unternehmen Dinnissen Process Technology einen Vorschlag für eine Anlage, die nach dem Prinzip des Lean Gravity Mixing arbeitet und die Schwerkraft optimal nutzt, so dass eine Produktförderung über Leitungen nicht mehr nötig ist. Das bietet Vorteile, da jeder mechanische Transport, pneumatisch oder über Schnecken, das Produkt beschädigen kann. In der installierten Linie werden alle Rohstoffkomponenten nach oben gebracht und von dort vollautomatisch in den Mischer dosiert – insgesamt vier Tonnen pro Batch. Das gemischte Produkt wird unten aus dem Mischer gelassen und durchläuft mit Hilfe der Gravitation die darauf folgenden Prozessschritte.

14 Tonnen Produkt pro Stunde

Verarbeitet werden Hauptzutaten aus Big Bags und Mikrokomponeneten aus Säcken im High Care Handling. Nach einem Kontrollscan durch den Bediener erfolgt die Freigabe durch das automatische Steuerungssystem. Mit dem bei Synutra eingesetzten Pegasus-Mischer von Dinnissen werden 14 Tonnen Babynahrung pro Stunde hergestellt. An der Seite verfügt die Maschine über zwei große Flügeltüren, die eine schnelle Trockenreinigung ermöglichen. Der zweiachsige Paddelmischer lässt das Produkt nach dem Mischen an der Unterseite ab, so dass keine Rückstände zurückbleiben. Das gemischte Produkt fällt dann in einen Hopper, unter dem sich ein Sieb befindet. Neben einem rotierenden Magneten, um eventuell vorhandene Metallteilchen aus dem Produkt zu entfernen, ist als zusätzliche Kontrolle ein Metalldetektor installiert. Danach gelangt das Produkt weiter nach unten zur Verpackungslinie. Auf dem Weg dorthin gibt es zusätzlich die Möglichkeit der Abfüllung in Big Bags.

All-in-One-Konzept für Mischaufgaben

Dinnissen ist auf die permanente Weiterentwicklung seiner Maschinen und Anlagen fokussiert. So wurde kürzlich der verbesserte D-Topline vorgestellt, der auf dem Pegasus-Paddelmischer basiert. Die Geometrie wurde so verändert, dass die Seiten der Mischkammer an der oberen Kante leicht zueinander geneigt sind, wodurch eine Tropfenform entsteht. Der negative Neigungswinkel an der Oberseite verkleinert das Risiko des Anhaftens von Materialien. Zusätzlich lässt sich der D-Topline mit einer Luke an der Vorderseite ausrüsten. Dadurch ist der Mischer sehr einfach inspizier- und reinigbar. In manchen Fällen kann man aufgrund dieser Luke auf eine Ausführung verzichten, bei welcher die Paddelwellen komplett aus der Mischkammer herausgefahren werden können. Darüber hinaus ist der Mischer mit einer teilbaren Achsabdichtung ausgestattet, wodurch eine CIP-Reinigung möglich ist. Auf die Nachfrage nach vollständig integrierten Prozesslinien reagiert Dinnissen mit seinem All-in-One-Konzept. Ein Beispiel hierfür ist die Mischlinie, welche vor Kurzem zu einem Kunden in die Vereinigten Staaten geliefert wurde. Diese besteht aus einem Rahmen mit einem Andocksystem für Fässer, die staubfrei in den Mischer entleert werden können, wobei der Mischer nach oben oder unten bewegt werden kann, um das fertig gemischte Produkt in dasselbe Fass einfüllen zu können. Der große Vorteil des All-in-One-Konzeptes besteht darin, dass die verschiedenen Teile genau aufeinander abgestimmt sind. Das bedeutet, dass eine konstante und hohe Produktqualität garantiert werden kann. Es gibt keine Entmischung des Produktes und darüber hinaus findet der Prozess staubdicht und explosionsgeschützt statt.

Titel LT
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