Rückblick auf die iFood 2019

Innovation Food Conference ging den Megatrends auf die Spur

Die fünfte Innovation Food Conference, auf der Anuga in Köln veranstaltet vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL), ging den Megatrends im Food-Bereich genauer auf die Spur. Rund 200 internationale Gäste nahmen an der Veranstaltung teil. In vier Sessions konnten die Teilnehmer mehr über die Themenfelder Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Innovationen und New Foods erfahren.

IL-Institutsleiter Dr. Volker Heinz moderierte die Veranstaltung und freute sich über den gemeinsamen Austausch: „In diesen Tagen gleicht das Food-System einem Puzzle, welches durch viele neue Teile ergänzt wird. Diese Komplexität des Systems lässt keine einfachen Lösungen zu.“ Die Trendforscherin Hanni Rützler (futurefoodstudio) aus Wien ergänzte mit der ersten Präsentation: „In Zukunft gibt es keine Geschmäcker mehr, sondern vielmehr Geschmäcker. Die Ernährungsformen werden immer diverser in der aktuellen Zeit des Lebensmittelüberflusses.“ Die erste Session der iFood-Conference beschäftigte sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Konzepten für Nachhaltigkeit bei Lebensmitteln. Dr. Klemens van Betteray (CSB System) kritisierte dabei den fehlenden Kommunikationsfluss zum Konsumenten, sodass Aktivitäten der Nachhaltigkeit nicht wirklich ankommen. Marc Buckley vom United Nations Development Programme forderte deshalb im Anschluss einen Richtungswechsel in der Lebensmittelbranche: „Viele Technologien sind erforscht, müssen aber erst noch zusammengefügt werden. Die Agrar- und Ernährungsindustrie sei mit ihrer „Lebensmittelverschwendung einer der größten Antreiber des globalen Klimawandels“, kritisierte der Experte mit deutlichen Worten das Verhalten in der Branche.

Möglichkeiten der Digitalisierung

In der zweiten Session ging es um die Möglichkeiten der Digitalisierung und den Einsatz von Blockchain und künstlicher Intelligenz für die Lebensmittelbranche. Im Vortrag von Axel Arras (FPT Food Process Technology) und Jörg Brezl (SLA Software Logistik Artland) wurden Aspekte für intelligentere Lebensmittelproduktionen durch eingesetzte künstliche Intelligenz und Vernetzung der einzelnen Produktionsschritte vorgestellt. Die beiden waren sich einig, dass die Smart Food Factory die Lebensmittelverschwendung und Überproduktion sowie den Einsatz von Plastik zwischen verschiedenen Produktionsschritten verhindern kann. Als Beispiel wurde die sogenannte "Bluebox" vorgestellt, die über einen Chip in jedem Schritt der Lebensmittelproduktion in einem Unternehmen verfolgbar ist.

Daniel Köhnen (Metronom) stellte in seiner Präsentation vor, wie gesammelte Daten in Clouds und Archiven synchronisiert werden und Big Data-Lösungen ermöglichen. Durch den flexiblen Einsatz von Daten aus Archiven könne es so „zu einer Vermeidung von Migrationskosten bei neuen Systemen kommen.“ Der dritte Speaker der Session, Terry von Bibra (Alibaba Group Holding), ließ interessante Einblicke in den Lebensmittelhandel in China zu: Im Reich der Mitte sind mittlerder Session "Innovationen" bot Daniel Zoll einen Einblick in seine Arbeit als Content Creative. Mit Mut und Authentizität lassen Social Media-Plattformen, wie Instagram, viele Möglichkeiten zu, Markttrends zu erkennen, Produkte zu platzieren und Kundenwünsche wahrzunehmen.

Trends im globalen Lebensmittelmarkt

In der letzten Session "New Foods" standen Neuheiten für den Lebensmittelmarkt im Mittelpunkt. Jeder Speaker konnte kurz die Besonderheit seiner Unternehmensaktivitäten vorstellen, bevor diese in einer Panel-Diskussion mit Teilnehmerfragen besprochen wurden. Zu Beginn stellte Malgorzata Fijalkowska (Protix) Insekten als alternative Proteinquelle und nachhaltige Food-Kategorie vor. Udi Lazimy (JUST) präsentierte ein Konzept für das pflanzenbasierte Frühstücksei und bot einen Ausblick auf den ersten künstlich hergestellten Chicken-Nugget, der im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll. Didier Toubia (Aleph Farms) ging auf den Fortschritt von In-Vitro Fleisch ein. 

Für Dr. Volker Heinz stellte die Veranstaltung einen vollen Erfolg dar und vor allem eines heraus: „Das Lebensmittelsystem ist mit disruptiven Veränderungen stark im Wandel. Mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit können wir das Lebensmittelsystem nicht mit dem Laissez-Faire- Gedanken behandeln. Was wir brauchen sind Innovationen, die die herkömmlichen Produkte ablösen.


Titel LT

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