Welche Anforderungen müssen Mischanlagen für Babynahrung erfüllen?

Mischen mit zwei Wellen

Für industriell hergestellte Babynahrung aus Trockenmilchderivaten besteht ein großer Absatzmarkt. Besonders für Qualitätsprodukte, die in Europa hergestellt werden, ist die Nachfrage auch in Asien sehr hoch. Produzenten von Babynahrung tragen große Verantwortung, denn sie muss gesund und zu einhundert Prozent rein sein. Diese hohen Qualitätsansprüche werden nur erfüllt, wenn die Rohstoffkomponenten in prozesssicheren Systemen aufbereitet werden. Eine mögliche Lösung sind Doppelwellenmischer.

Der Prozessschritt Mischen ist qualitätsbestimmend, weil hier Kleinstkomponenten wie Probiotika oder Präbiotika, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Selen oder Chrom genau einzumischen sind, bevor die Ware verpackt wird. Dem Mischen kommt auch deshalb eine zentrale Bedeutung zu, weil es mit minimaler Energieeintragung stattfinden soll, um die Partikelstruktur der Rohstoffe zu erhalten – denn die Babynahrung soll staubfrei, schnell dispergierbar, zuverlässig benetzbar, schnell löslich und homogen sein. Dazu passt der Doppelwellenmischer von Amixon, der eine schonende Arbeitsweise und exzellente Mischgüten miteinander verbindet.

Zwei gleichsinnig drehende Schraubenband-Mischwerke bewirken eine Aufwärtsschraubung der Mischgüter in der Peripherie und eine Abwärtsströmung im Zentrum (c) Amixon

Das Mischgefäß besteht aus zwei ineinander verschobenen Zylindern. In deren Zentrum rotieren zwei Helix-Mischwerkzeuge gleichsinnig. Die Schraubenbänder erfassen die Mischgüter in der Peripherie des Mischraumes und fördern sie aufwärts. Oben angekommen fließen die Mischgüter in den beiden Zentren des Gefäßes abwärts. Der Mischeffekt erfolgt dreidimensional innerhalb der Grenzbereiche zwischen den zwei Makroströmungen. Die Aufwärtsschraubung der Mischgüter erfolgt zwangsweise durch die Schraubenband-Mischwerkzeuge, die Abwärtsströmung auf natürliche Weise durch Schwerkrafteinwirkung. Im Grenzbereich dazwischen findet der Platzwechsel innerhalb des Partikelsystems statt.

Ideale Mischgüte in kurzer Zeit

Aufgrund der totraumfreien Verströmung werden so nach ungefähr 20 bis 90 Mischwerkumdrehungen technisch ideale Mischgüten erzielt, die in der Praxis nicht mehr verbesserbar sind. Die Umfangsgeschwindigkeit des Mischwerkzeuges liegt typischerweise zwischen 0,5 bis drei Meter pro Sekunde. Bauartbedingt sind ideale Mischgüten bereits bei circa zehn- bis fünfzehnprozentigem Füllgrad erzielbar, da der Verströmungseffekt unabhängig vom Füllgrad gleichermaßen stattfindet. Ein Mischer des Typs HM 10000 kann 1.000- bis 1.300-Liter- Ansätze ebenso gut mischen wie 10.000- Liter-Ansätze. Die Beschickung des Mischers mit Einzelkomponenten erfolgt durch einen oder mehrere Stutzen oberhalb des Mischraumes nacheinander oder zeitgleich. Nach erfolgtem Mischprozess öffnet eine totraumfreie Bodenarmatur und das Mischgut strömt durch einen Stutzen abwärts. Dieser Austragsvorgang ist entmischungsfrei und das Maß des Volumenstromes ist durch die Abmessung der Verschlussarmatur vorgegeben. Die Abfüllung und Produktion erfolgen entkoppelt voneinander. Der Mischer kann bereits gereinigt werden, während die Abfüllanlagen noch arbeiten. Auf Wunsch ist der Mischraum vakuum- und druckfest gefertigt.

Nassreinigung sorgt für Allergenfreiheit

Für eine absolute Allergenfreiheit sorgt die automatische Nassreinigung und Trocknung mit dem Water- Dragon-System. Mehrere dieser Vorrichtungen sind fest am Mischraum montiert und verbleiben dort dauerhaft. Während der Nassreinigung öffnet sich jeweils der Verschlussstopfen in den Mischraum und gibt den Raum zur Bewegung einer Rotationswaschlanze frei. Diese bewegt sich translatorisch in den Mischraum hinein. Bei anliegendem Wasserdruck von circa 3,5 bar rotiert der Kopf und drei Düsen bestrahlen den gesamten Mischraum. Anschließend findet die Trocknung statt, die durch Warmlufteintrag vorgenommen wird. Im Falle der manuellen Trockenreinigung bieten große Inspektionstüren einen guten Zugang für das Reinigungspersonal. Die Türen sind nach dem CleverCut-Verfahren gefertigt. Der in der Nut eingelegte O-Ring dichtet gas- und staubdicht, sehr nah am Produkt und praktisch totraumfrei ab.

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