Brauerei Westheim realisiert sensorbasierte Produktionskette

Tradition trifft Automation

Die sauerländische Brauerei Westheim verbindet handwerklichen Anspruch mit industrieller Effizienz. Zum Sortiment des Unternehmens gehören Pilsener, Hefeweizen, Dunkelbier und Mischgetränke. In der Fördertechnik, Fassreinigung und Abfüllung geben Sensoren und intelligente Steuerungen den Takt vor. Sie trotzen den rauen Umgebungsbedingungen durch ihre Robustheit und sorgen für automatisierte Prozesse.

Auf dem heimischen Markt tun sich Brauereien in ihrem Stammgeschäft seit Jahren schwer. „Ein ausgezeichnetes Bier hat aber auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine Zukunft“, so Moritz Freiherr von Twickel, der das traditionsreiche Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Vater Josef unter dem Motto "… edel verpflichtet" qualitätsbewusst leitet. Die Brauerei Westheim wächst gegen den Trend und ist – anders als die Craft-Biere der derzeit angesagten Mikrobrauereien – mit vielen Produkten sogar überregional erfolgreich. Sie vertreibt ihre Bierspezialitäten international bis nach China und in die USA. Mit einem Ausstoß von rund 50.000 Hektolitern zählt Westheim zu den größeren mittelständischen Privatbrauereien. In Sachen Prozesssicherheit gelten gleichwohl industrielle Maßstäbe. Der hohe Grad der Automatisierung ermöglicht eine Produktion, in der menschliche Fehler ausgeschlossen werden können. Voraussetzung dafür ist eine präzise Sensorik, über die alle wesentlichen Vorgänge und Zustände erfasst und überwacht werden können.

Bei Westheimer ermöglicht präzise Sensorik die Automatisierung von Prozessen.

Bei Westheimer kommen Sensoren des Anbieters Autosen zum Einsatz, die auch unter rauen Bedingungen und in Nassbereichen zuverlässig arbeiten. Die Fördertechnik, die Reinigung der KEGFässer in der CIP-Anlage und die Abfüllung in der Brauerei werden über speicherprogrammierbare Steuerungen gefahren. Die erforderlichen Informationen über das Anlagengeschehen – beispielsweise über den Öffnungszustand der Klappenventile oder die aktuelle Position der Fässer – kommen von induktiven Sensoren und Lichttastern. Auf Basis dieser Daten arbeitet die Anlage weitgehend autark. Entsprechend wichtig ist der kontinuierliche Datenfluss. Fällt ein Sensor aus, kann dies zu Stillstandzeiten und Störungen im Betriebsablauf führen – fatal angesichts der hohen Auslastung in der Produktion.


Induktive Sensoren und Lichtschranken versorgen die speicherprogrammierbaren Steuerungen mit den nötigen Informationen.

Vor allem aufgrund der hygienischen Anforderungen arbeiten präzise Sensoren in einem unwirtlichen Umfeld. Aggressive Reinigungsmittel, hohe Drücke und permanente Feuchtigkeit setzen den Geräten zu. Daher sind Robustheit und Betriebssicherheit wichtige Kriterien bei der Auswahl der Sensoren. Aber auch der Preis, da Defekte und Verschleiß nicht per se auszuschließen sind. „Darum zählt neben den Spezifikationen der Geräte selbst auch die Logistik dahinter“, erläutert Thomas Juckenath, Instandhaltungsleiter bei Westheimer, sein Bewertungsschema für die Beschaffung der Sensoren. Eine reibungslose Ersatzteilversorgung und ein schneller Austausch im Fall des Falles minimieren teure Stillstandzeiten.

Kurze Lieferfristen und neue Perspektiven

Juckenath stieß bei Recherchen nach geeigneten Geräten im Internet auf den Anbieter Autosen, der Industriesensoren und Zubehör online über seine Website vertreibt. „Ein Vertriebsweg, der mir als Anwender entgegenkommt“, so der gelernte Elektriker, „natürlich auch wegen der niedrigeren Kosten, vor allem aber wegen der kurzen Lieferfristen. Dadurch brauche ich praktisch keine Ersatzgeräte auf Lager zu halten.“ Die Brauerei verwendet mittlerweile zahlreiche induktive Sensoren der Typen AI010–13 mit stabilen Metallgewinden und Schaltabständen zwischen vier und zwölf Millimetern sowie Reflexlichttaster und Lichtschranken der Typen AO005 und AO006. Zum Einsatz kommen die Geräte als Erstinstallation, aber auch als Ersatz defekter Originalteile anderer Hersteller. Der Brauerei Westheim eröffnen die Messgeräte neue Perspektiven: „Bislang lag der Fokus auf Behältern und Gefäßen. Mit den kapazitiven Sensoren blicken wir jetzt auf den Inhalt, beispielsweise in der Füllstanderkennung. Mit unserem erweiterten Portfolio sind wir in der Lage, einen Großteil der Prozesskette in der Brauerei abzubilden“, so Rainer Schniedergers, Produktmanager bei Autosen. „Sind die Prozesse erst einmal vollautomatisiert, ist es wie mit einem kühlen Blonden, das geschmeidig die Kehle runterläuft.“



Titel LT
lupe

Diesen und weitere interessante Artikel finden Sie in der Ausgabe 6 von LEBENSMITTELTECHNIK

Nutzen Sie unsere vielfältigen Bezugsangebote und profitieren Sie von unserem breitgefächerten Fachinformationsangebot.

Einzelheft-Bestellung

Verpasste Ausgaben von LEBENSMITTELTECHNIK schnell und einfach nachbestellen. mehr

Probe-Abonnement

LEBENSMITTELTECHNIK drei Ausgaben lang kostenlos und unverbindlich kennenlernen. mehr

Abonnement

LEBENSMITTELTECHNIK zu Sonderkonditionen zugeschickt bekommen und nie wieder eine Ausgabe verpassen. mehr