Steuer- und Regeltechnik bei Hochdorf Swiss Nutrition

Komplexes System zuverlässig automatisiert

Hochdorf Swiss Nutrition ist ein Schweizer Spezialist für die Herstellung von Lebensmitteln aus Milch, Ölsaaten und Getreiden. In einem neuen, 30 Meter hohen Produktionsturm werden jährlich etwa 75 Millionen Liter Milch zu rund 30.000 Tonnen Babynahrung verarbeitet. Damit das Milchpulver am Ende die richtige Konsistenz aufweist und nicht zu staubig oder zu flüssig wird, ist eine präzise Prozesskontrolle notwendig.

Hochdorf setzt auf moderne Technologie von Siemens. Damit sind eine zuverlässige 24-Stunden-Überwachung der Anlage und die lückenlose Rückverfolgbarkeit des gesamten Produktionsprozesses möglich. Zudem konnte die Inbetriebnahme durch eine Simulationssoftware deutlich verkürzt werden. Im neuen Turm Neun wird die eingedickte, homogenisierte Milch aus dem Mischbereich mit einem Druck von 25 Bar fein zerstäubt und beim Fall durch einen Heißluftstrom pulverisiert. Dabei erfassen 663 digitale und 637 analoge Sensoren permanent Prozessdaten wie Druck und Temperatur. 300 Motoren sichern die nötige Antriebsleistung und 1.700 Ventile regulieren die Ströme. Für eine derart komplexe Anlage mit ihren ganzen Bauteilen bedarf es ausgeklügelter Automatisierungstechnik, die ausfallfrei und zuverlässig arbeitet.

Die Visualisierung aller Prozesse übernimmt ein Scada-System Simatic WinCC mit zwei redundanten Servern und 16 Bedienstationen. © Siemens

Insgesamt zehn Simatic S7-Steuerungen und 64 Simatic ET 200SP dezentrale Peripherien steuern und regeln den gesamten Prozess. Sie kommunizieren über ein in Ringstruktur angelegtes Profinet-Netzwerk. Profinet ist ein offener Industrial-Ethernet-Standard für zuverlässige Netzwerkkommunikation. Durch die Funktion "shared-device" können zwei Drittel der Peripheriemodule von beiden Steuerungstypen angesteuert werden, was eine flexible Anlagenkonfiguration ermöglicht. Zwei fehlersichere Simatic S7-315F steuern die Sicherheitstechnik und stellen sicher, dass die Anlage im Störfall kontrolliert heruntergefahren wird. Die Visualisierung aller Prozesse übernimmt ein Scada-System Simatic WinCC. Es gibt 16 Bedienstationen auf Basis von Thin Clients Simatic ITC 2200.

Funktionalität vorab simuliert

Mit der Simulationssoftware Simit konnte Tophinke Automation & Gebäudetechnik, Siemens-Solutionspartner und verantwortlich für die Automation, Elektroplanung- und Installation der neuen Produktionsanlage, die komplexe Funktionalität von Turm Neun vorab simulieren. „So ließen sich bereits vor der Installation mögliche Fehlerquellen der Software aufdecken“, berichtet Heinz Thönen, Projektleiter bei Tophinke. Damit konnte die Dauer der Software-Inbetriebnahme um die Hälfte der Zeit reduziert werden.


Titel LT
lupe

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