Trendbericht: Food Safety

Moderne Prüfverfahren und Verpackungsmethoden sind der Garant für sichere Lebensmittel

Die Anforderungen an Lebensmittel sind hoch. Nur wer den Verpackungsprozess beherrscht und kontrolliert, bekommt sichere Produkte. Ob Mängel beim Packstoff, Füllgutreste in der Heißsiegelnaht oder Fremdkörper – Undichtigkeiten und Verunreinigungen stellen ein Risiko für die Verbraucher dar. Die Anuga FoodTec in Köln setzt vom 20. bis zum 23. März deshalb ein besonderes Augenmerk auf moderne Verfahren für die Dichtigkeitskontrolle und Röntgeninspektion.

Ob Fleisch, Fisch und Geflügel oder Obst und Gemüse: Eine Schutzgasatmosphäre (Modified Atmosphere) zählt zu den effektiven Methoden, um frische Lebensmittel schonend und sicher zu verpacken. Eine Verpackung, in der die normale Umgebungsluft durch eine optimierte Atmosphäre aus Kohlendioxid, Sauerstoff und Stickstoff ersetzt wird, schützt das Produkt zuverlässig und verlängert die Haltbarkeit im Kühlregal – vorausgesetzt sie wird nicht durch Produkteinschluss in der Siegelnaht beschädigt und weist keine Undichtigkeiten auf.

Das Modified Atmosphere Packaging, kurz MAP, ist eine ideale Methode, um die Haltbarkeit von frischen, verzehrfertig portionierten Lebensmitteln zu verlängern.

Treten Lecks in den Siegelnähten oder im Packstoff auf, durch die Schutzgase entweichen und Feuchtigkeit eindringen kann, sind Qualitätsbeeinträchtigungen und frühzeitiger Verderb unvermeidlich. Mit dem passenden Equipment lassen sich fehlerhafte Produkte nach dem Verpackungsprozedere frühzeitig erkennen und ausschleusen.

Dichtheitsprüfung leichtgemacht

Zu finden sind auf der Anuga FoodTec Inline- und Offline-Dichtigkeitsprüfsysteme für Einzelpackungen und ganze Transportverpackungen, bis zum Format E2. Eine Option, MAP-Verpackungen einer Dichtigkeitsprüfung zu unterziehen, basiert auf der Erzeugung eines Vakuums und dem Einsatz von Kohlendioxid als Prüfgas. Die Prüfung erfolgt, indem die Schutzgaspackungen nach dem Verpackungsprozess eine Messkammer durchlaufen. Bei Undichtigkeiten entweicht das Gas und wird vom Sensor detektiert. Integriert in die Verpackungslinie spüren die modernen echtzeitfähigen Systeme kleinste Leckagen und Mikrolecks auf – und das bei Geschwindigkeiten von 120 und mehr Verpackungen pro Minute. Gerade bei großen Chargen von MAP-verpackten Fresh Cut-Produkten stellt dies eine wirtschaftliche Lösung dar, da sich die Prüfgase entweder dem Schutzgas zusetzen lassen oder bereits in der Schutzatmosphäre enthalten sind. Genauso wichtig wie eine einwandfreie Verpackung ist für Hersteller, dass Lebensmittel gemäß HACCP- und IFS-Normen frei von Metall, Fremdkörpern und anderen Verunreinigungen zum Verbraucher gelangen. Für Sicherheit am Ende jeder Verpackungslinie sorgen Metalldetektoren oder Röntgenscanner, wie sie auf dem Kölner Messegelände zu finden sind.

Metalldetektoren leisten wertvolle Hilfe, um magnetische und nicht-magnetische Metalle zu erkennen. Doch sie stoßen bei Glas, Keramik und Steinen an ihre Grenzen. Für diese Anwendungen kommen Röntgenscanner zum Einsatz. Zu den Single-Energy-Systemen am Markt gesellen sich in jüngster Zeit vermehrt Geräte, die auf der Dual-Energy-Technologie basieren. Da sie mit zwei energetisch unterschiedlichen Röntgenstrahlern gleichzeitig arbeiten, liefern die Systeme selbst von ungleichmäßig geformten und gefrorenen Produkten detailreiche Bilder. Sie unterscheiden Materialien anhand ihrer chemischen Zusammensetzung und spüren bis zu 0,3 Millimeter kleine Splitter aus Metall und Kunststoff sowie Flachglas oder Knochen auf. Ihre Stärken spielen sie bei in der Verpackung überlappenden Fleischprodukten sowie Mischungen mit Zutaten stark abweichender Dichte aus, wie sie für abgefüllte Salatmischungen und Müslis typisch sind.

Wägetechnik für lückenlose Kontrolle

Mit innovativen Technologien für die Röntgeninspektion und Dichtheitsprüfung bekommen Hersteller das richtige Instrumentarium an die Hand, um die Integrität ihrer Produkte zu schützen und Rückrufe zu vermeiden. Nicht weniger wichtig ist das genaue Erfassen von Gewichtswerten. Was liegt da näher als diese Kernkompetenzen zu bündeln? Die Hochleistungslinien, die auf dem Kölner Messegelände in Aktion zu sehen sind, verbinden Verpackungsfunktionen mit anspruchsvoller Detektions- und Wägetechnik zu einem ganzheitlichen System. Während die Kontroll- und Mehrkopfwaagen das exakte Gewicht garantieren, prüft die Leckdetektion jede einzelne Schale auf entweichendes Gas und der Röntgenscanner identifiziert mögliche Fremdkörper. So werden Packungen mit Verunreinigungen oder falschem Gewicht zuverlässig aussortiert.


Noch nie wurde die Produktion in der Lebensmittelindustrie so engmaschig und lückenlos überwacht wie heute. Im Mittelpunkt der Anuga FoodTec stehen innovative Technologien für die Qualitätskontrolle. Und das nicht nur an den Ständen der über 1.700 ausstellenden Unternehmen. Die Bedeutung des Themas Lebensmittelsicherheit zeigt sich auch in der Bandbreite des Rahmenprogramms. Fremdkörperdetektion und Dichtheitsprüfung bei MAP-Verpackungen stehen am ersten und dritten Messetag im Forum "Themen, Trends, Technologien – Das bewegt die Lebensmittelindustrie" auf der Agenda.

Immer fest im Blick der Referenten dabei: Das Informationsbedürfnis auf Seiten der Verbraucher, die zunehmend daran interessiert sind, wie Lebensmittel heute produziert und verpackt werden – bevor sie letztendlich ins Verkaufsregal und zu ihnen gelangen.

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