International FoodTec Award 2015

– Gewinner der Silbermedaille –

Molke effizient aufkonzentrieren

Wirtschaftlich sinnvoll war es bisher, Milch und Molke bis zu einer Trockenmasse von 18 bis 20 Prozent aufzukonzentrieren. Mit dem neuen RO HighTS-Verfahren von Alpma lässt sich Molke in einem Arbeitsschritt von sechs Prozent auf bis zu 30 Prozent aufkonzentrieren. In den ersten beiden Stufen des Verfahrens wird die Molke auf 18 bis 20 Prozent aufkonzentriert. Um trotz des hier bereits vorliegenden hohen osmotischen Druckes weiter aufkonzentrieren zu können, ist die dritte Stufe mit speziellen Membranen bestückt. Das Permeat aus dieser Stufe weist einen hohen CSB-Wert auf und wird gemeinsam mit dem Konzentrat des Polishers in den Zulauf der Anlage zurückgeführt.

Der Jury des International FoodTec Awards zeichnete das Projekt mit einer Silber-Medaille aus. Seitdem wurde die RO HighTS Membrananlage stark von europäischen Molkereien nachgefragt. „Die Preisverleihung hat unsere neue Applikation flächendeckend in die angewandte Industrie hinausgetragen“, sagt Gerhard Schier, Bereichsleiter Prozesstechnik bei Alpma. „Zu den Anwendern zählen inzwischen mehrere namhafte Molkereien.“ Die Unternehmen nutzen das Verfahren für Milch, Molke oder Permeate und reduzieren dadurch bis zu 80 Prozent der Transportkosten sowie den Kohlendioxidausstoß. „Aufgrund des immensen Erfolges sind wir nun angetreten und motiviert, dieses Verfahren auch für Rohmilch in die industrielle Anwendung zu bringen“, so Schier.

Präzise Schnitte dank Ultraschall

Das saubere und exakte Schneiden von Käse stellt eine besondere Herausforderung dar. Im Universal Ultraschallschneider USS 1000 Helios von Döinghaus kommen Kreismesser aus Edelstahl für den kontinuierlichen Betrieb zum Einsatz. Die Innovation, die von der Jury mit Silber-Medaille belohnt wurde: Die als Sonotroden bezeichneten Messer werden mittels Ultraschall zum Schwingen gebracht. Aufgrund des schnellen Vibrierens arbeiten sie mit einem geringeren Anpressdruck als herkömmliche Messer und vermeiden Verformungen oder Beschädigungen.

Da wegen der ständigen Schwingungen kaum Produktreste anhaften, können die Klingen beim Ultraschallschneider USS 1000 nicht verschmutzen.

Entwickelt wurde die Anlage zum Schneiden von runden Käselaiben in Portionen beliebiger Größe. Durch ein weiteres Modul lässt sie sich auch zum Schneiden von rechteckigen Käselaiben in Querrichtung verwenden. Die Universal Ultraschall Technologie des Maschinenbauers aus Salzkotten schneidet in der Zwischenzeit Premiumkäse bei einem Schweizer Hersteller. „Es handelt sich um eine komplette Bearbeitungsstraße auf der sowohl Hartkäse als auch Weichkäse auf einer Linie portioniert werden“, erklärt Geschäftsführer Dieter Döinghaus. „Wir haben nach der Preisverleihung viele positive Reaktionen erhalten. Die verwendeten Rundklingen finden nun auch zum Schneiden von Brot Anwendung.“

Komplettlösung für die Milchanalyse

Bruker Optik erhielt den Internation FoodTec Award in Silber für das Analysensystem MPA/LSM, das der Milchindustrie die spektroskopische Qualitätskontrolle von Proben ermöglicht, bei denen dies zuvor nicht mit FT-IR- oder anderen NIR-Geräten machbar war. Dr. Andreas Niemöller, der den internationalen Bereich Agri, Food & Feed bei Bruker Optik betreut, freut sich über die Resonanz nach der Preisverleihung: „Die Möglichkeit der Analytik von sowohl festen als auch flüssigen Produkten mit nur einem System wurde und wird sehr gut angenommen“.

Das MPA/LSM ist bereits bei mehreren großen Molkereien in Deutschland aber auch international im Einsatz. „Ein Großkunde, der rund 100 Millionen Tonnen Milch jährlich verarbeitet, analysiert damit nahezu die ganze Produktpalette, von der Milch über die Molke bis hin zu fertigen Käsen, wie Mozzarella oder Emmentaler. Es werden sogar die zu verwendenden Desinfektionslösungen mittels FT-NIR überwacht“, so Niemöller. Weitere Anwendungsgebiete, die derzeit entwickelt werden, sind die Untersuchung von Permeaten, Retentaten und Konzentraten wie flüssiges Molkenproteinkonzentrat sowie die Analyse von Babynahrung und Milchmischgetränken.

Wärme aus der Ofenatmosphäre

Beim Backen in Durchlauföfen entstehen Ofenatmosphären, die Geruchsstoffe und Wärmeenergie als Abluft an die Umwelt abgeben. Durch die Zusammenarbeit der Unternehmen Kuchenmeister und German Lebensmitteltechnologie entstand ein modular konzipiertes Verfahren, mit dem Wärmerückgewinnung und Desodorierung von Backschwaden in einem Verfahrensschritt erreicht werden.

Kernstück ist ein Kondensationsraum mit einem offenporigen keramischen Zellsystem, an dessen Oberfläche Backschwaden und Schwadenkondensat Wärme und Inhaltsstoffe austauschen.

„Nach dem Award haben wir drei Anlagen in Soest in Betrieb genommen und sind dabei, eine weitere Anlage mit höherem Temperaturniveau zu entwickeln“, sagt Bernd Nasse, technischer Koordinator bei Kuchenmeister. Ein Beispiel aus der Praxis ist die Herstellung dänischer Backwaren bei Dan Cake: „Das Unternehmen hat eine Anlage zur Brauchwassererwärmung installiert“, so Nasse. Kernstück des Verfahrensmist ein Kondensationsraum mit einem offenporigen keramischen Zellsystem, an dessen Oberfläche Backschwaden und Schwadenkondensat Wärme und Inhaltsstoffe austauschen.

Bewegungsdaten in Echtzeit

Mit der Entwicklung des Smart Skin Quantifee Systems ermöglicht Smart Skin Technologies das Echtzeiterfassen von Bewegungsdaten wie Staudruck, Drehung, Drehgeschwindigkeit, Neigung und Erschütterung eines Behälters in Transportsystemen. „Nach dem Gewinn der Silbermedaille haben wir die Technologie erfolgreich weiterentwickelt, um auch die Kunden außerhalb des Biersegments bei den verschiedensten Anforderungen der Verpackungstechnologie zu unterstützen“, meint Andreas Liebl, Vice President Sales von Smart Skin Technologies. Darüber hinaus habe man „eine neue Technologie entwickelt, die es ermöglicht, die verschiedenen Drucksituationen innerhalb einer Abfülllinie sehr anwenderfreundlich in einer sogenannten Line Map darzustellen.“ Mit Hilfe der Line Map kann mit einem Blick erfasst werden, wo in einer Linie problematische Drucksituationen auftreten, welche zu Schäden an Glas oder Dosen führen oder die Linieneffizienz negativ beeinflussen könnten.

Roboter für hochwertigen Speck

Das Entfetten von Schweinerücken ist in der Fleischindustrie weit verbreitet. Der mit Silber preisgekrönte Roboter des Danish Meat Research Institute erzeugt ein exaktes 3D-Computerbild jedes einzelnen Schweinerückens und ermittelt, wo Fett und Fleisch zusammentreffen. Ein patentiertes Messersystem aus acht einzelnen Messern schneidet automatisch den Schweinerücken. „Der automatische 3D-Trimmer wird weltweit durch die Firma Attec Danmark vermarktet“, sagt Lars Leopold Hinrichsen, Direktor beim Danish Meat Research Institute. „So erhielten wir nach der Preisvergabe auch Anfragen außerhalb von Dänemark.“

Der Roboter braucht nur vier Sekunden, um einen Schweinerücken zu trimmen. Das Ergebnis ist ein Schweinerücken mit einer gleichmäßigen Fettschicht, unabhängig vom Fleischprofil und ein qualitativ hochwertiger Speck. „Die Ausbeute lässt sich auf diese Weise erheblich verbessern und die Kosten für das manuelle Trimmen einsparen“, sagt Hinrichsen. Für künftige Projekte sieht er noch Potenzial: „Die Technologie ist noch jung und wird von uns kontinuierlich weiterentwickelt. Derzeit planen wir, die Anwendung auch für andere Fleischstücke zu ermöglichen.“

Sanftes Frosten im tiefkalten Tauchbad

Bei der Cryoline SI von Linde handelt es sich um eine modular aufgebaute Kombination von Tauchbad und nachgeschaltetem Gefriertunnel. Der prämierte Froster kommt beispielsweise zum Gefrieren von heiß gegartem Hackfleisch zum Einsatz und steht im Testcenter von Linde für Versuche zur Verfügung.

Für das Gefrieren lose rollender Lebensmittel entwickelt, eignet sich der Cryoline Froster speziell für die Herstellung von Individually Quick Frozen Produkten (IQF). Diese zeichnen sich dadurch aus, dass jedes einzelne Teil des Lebensmittels für sich gefroren wurde. Das Produkt gelangt kontrolliert über ein integriertes Rüttelband direkt in das Tauchbad. Tiefkalter, flüssiger Stickstoff sorgt für eine unmittelbare Anfrostung und Stabilisierung der Produktoberfläche. Dies beeinflusst nicht nur die sensorische Qualität der Produkte. Schockgefrostet behalten die Komponenten ihre stückige Einzelform und kommen so dem Wunsch nach gut portionierbaren und bequem zuzubereitenden Lebensmitteln entgegen.

Mehr Präzision beim Produkttransport

Prozessbänder müssen in der Produktion rund um die Uhr für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Wo am Boden nur eingeschränkt Platz vorhanden ist und horizontale Bänder an ihre Grenzen stoßen, lösen Spiralsysteme das Problem. Sie transportieren die Produkte vertikal in beide Richtungen – entweder von unten nach oben oder von oben nach unten.

Sogar wenn Butter oder Öl vorhanden sind, greifen Bandkante und Trommel beim DirectDrive-System ineinander.

Mit dem DirectDrive-System von Intralox gelingt das noch einfacher. Die mit Silber ausgezeichnete Lösung wurde entwickelt, um Betriebs- und Wartungsausfallzeiten zu minimieren und um Bandspannung, Arbeits- und Reinigungskosten zu senken. Anders als herkömmliche Spiralförderer nutzt das Directdrive-System einen positiven Antrieb. Der Vorteil: Da es das Band direkt durch die Trommel antreibt, kommt es ohne den sogenannten Overdrive aus, bei dem die Trommel schneller dreht als das Band. Dies ermöglicht einen Betrieb ohne Schlupfprobleme oder Bandspannungen und verhindert Fehlausrichtungen und Produktverluste.

Bewegungsdaten in Echtzeit

Der mit der Silbermedaille ausgezeichnete Mischwolf von K+G Wetter kommt bei der Rohwurstherstellung zum Einsatz. Dabei folgt der MW 200 einem neuen Konzept: Wolf-Einheit und Mischbereich sind durch einen verschiebbaren Deckel voneinander getrennt, wodurch der Mischbereich absolut totraumfrei ist. Die Rohstoffe lassen sich erstmalig vollständig homogen mischen, bevor sie in der Wolfeinheit zerkleinert werden. Zwei parallel angeordnete, unabhängig voneinander angetriebene Wellen ermöglichen ein intensives und schonendes Mischen.

„Mit der Preisvergabe und den daraus resultierenden Medienberichten stieg das Interesse an unserer neuen Wolftechnik deutlich an und es wurden spezifische Anwendungsfälle diskutiert“, erklärt K+G Wetter Geschäftsführer Volker Lauber. Heute lässt sich die Maschine optional mit einer Flüssigstickstoffkühlung ausstatten. „Der hermetisch abgeschlossene Mischbereich ist für eine derartige Kühlung prädestiniert, weil das Restgas problemlos abgesaugt werden und nicht in die Umgebung austreten kann“, so Lauber. Hackfleischprodukte lassen sich in einer Maschine temperaturgeführt herstellen. Auch die Herstellung von Bratwurst und anderen brätartigen Massen beherrscht der MW 200.

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