ZUVERLÄSSIGE SENSOREN IN RAUER UMGEBUNG
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Cosucra wurde 1852 in Warcoing, einer Ortschaft in Wallonien, gegründet und war ursprünglich in der Zuckerproduktion tätig. In den letzten zwanzig Jahren hat das Unternehmen einen tiefgreifenden Wandel vollzogen und sich zu einem führenden Hersteller von pflanzlichen Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs entwickelt. Die Erzeugnisse werden aus Zichorien und Erbsen gewonnen und sind für die Lebensmittel- und Gesundheitsernährungsmärkte weltweit bestimmt.
Seit jeher hat sich Cosucra dem sorgfältigen Umgang mit Rohstoffen und der Optimierung der Energieeffizienz verschrieben. So wachsen die geernteten Erbsen und Zichorien praktisch vor der eigenen Haustür. Die neue Produktionslinie für Erbsenprotein wurde mit Blick auf die Umwelt konzipiert. Von den Abwasseraufbereitungsanlagen über den effizienten Einsatz von Filtern bis hin zur Nutzung von Biogas ist alles in diesem Sinne umgesetzt.
Erbsen enthalten bis zu 25 Prozent Eiweiß, viele Aminosäuren und ihre Zellwandfaser ist ein natürlicher, funktioneller Bestandteil von Ballaststoffen. Die Zichorienwurzeln bestehen hauptsächlich aus Wasser, Fruchtfleisch sowie unlöslichen Zuckern und enthalten etwa 16 Prozent Inulin. Dies ist ein natürlicher Ballaststoff, der in der Lebensmittelherstellung verwendet wird, um die Textur und den Geschmack zu verbessern, aber auch viele ernährungsphysiologische Vorteile bietet.
Einwandfreie Filterfunktion
Die sandhaltigen Rohstoffe werden unter Einhaltung der Hygienevorschriften verarbeitet. Dabei sorgt der Vegapuls C 21 für die einwandfreie Funktion eines rotierenden Filters. Der Radarsensor passt sich allen Anforderungen an und liefert zuverlässig und störungsfrei Ergebnisse. Das Verfahren zur Herstellung von Inulin, der Faser der Zichorienwurzel, erfüllt die Anforderungen der EG 1935/2004 beziehungsweise der EHEDG.
Die ersten Schritte bei der Gewinnung von Inulin erinnern an die technologische Behandlung von Zuckerrüben. Zum Einsatz kommt ein schonendes Heißwasserverfahren. Die aufkonzentrierte Lösung aus der Zichorienwurzel wird dann zu Ballaststoffen in flüssiger oder pulverförmiger Form weiterverarbeitet.
„Auf unserem Gelände finden sich eigentlich alle anspruchsvollen Umgebungen, die man sich vorstellen kann. Die Prozesse sind entweder draußen, staubig, aggressiv oder eben im Reinraum. Wir verwenden Methoden, die bei Überdruck oder bei Unterdruck funktionieren. Bei einigen Prozessen haben wir es mit starken Vibrationen zu tun oder es handelt sich um ATEX-Umgebungen“, nennt Vincent Vercamst, Wartungsleiter der Abteilung Elektrizität und Instrumentierung bei Cosucra, die wichtigsten Herausforderungen in der Produktion. „Demzufolge müssen alle Messgeräte die ATEX-Richtlinie, aber auch die Vorgaben durch die EG1935/2004 oder EHEDG erfüllen.“
Seit über 25 Jahren trägt Vega mit seinen Messgeräten zu einer sicheren Produktion bei und ist mit den verschiedensten Sensoren im Werk Warcoing vertreten, etwa mit Vegason, Vegacap, Vegadif, Vegabar oder Vegator. „Unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis, geringer Wartungsaufwand, hohe Langzeitzuverlässigkeit und eine unglaubliche Robustheit“, fasst Vercamst die Gründe zusammen, die den Ausschlag für die Schiltacher Sensoren gaben.
Ganz neu dabei ist das kompakte Radarfüllstandmessgerät Vegapuls C 21. Dieses kommt bei der Herstellung von Inulin zum Einsatz. Dieser Prozess gliedert sich in die folgenden Verarbeitungsschritte: Waschen – Reiben – Filtrieren – Eindampfen – Absacken – Lagern. Dabei sind Temperaturen von bis zu 90 Grad Celsius an der Tagesordnung.
Robustes Radarmessgerät
Das berührungslose Radarfüllstandmessgerät eignet sich für einfache Anwendungen, in denen dennoch eine hohe Schutzart erforderlich ist. Der Filtrationsprozess ist ein typisches Beispiel dafür, wo Genauigkeit und Robustheit vom Sensor im Vordergrund stehen. Hierbei dreht sich ein Rotationsfilter in einem mit Wasser und Sand gefüllten Trog, mit Hilfe einer Vakuumpumpe wird der Sand am Umfang des Filters abgesaugt. Die Vakuumpumpe läuft während des gesamten Sandauffangprozesses. Der Trog wird entleert und anschließend wieder mit dem zu filternden Produkt gefüllt. „Auf diese Weise werden die Verunreinigungen in unseren Produkten durch den Sand herausgefiltert“, erklärt Vercamst. Dabei misst der Vegapuls C 21 zunächst den Abstand zwischen dem Sensor und dem leeren Filter – dieser ist quasi der Nullpunkt. Während des Filtrationsprozesses überwacht das Messgerät kontinuierlich die Dicke der Sandschicht an der Außenseite des Rotationsfilters.
„Wir analysieren den Abstand zwischen Sensor und Rotationsfilter. Damit überprüfen wir ständig die Sanddicke im kritischen Bereich. Denn die Dicke des Sandaufbaus beeinflusst die Filtrationsqualität des Produktes“, so Vercamst. „In der Vergangenheit hatten wir immer wieder Probleme mit der Sandstabilität, was jedes Mal hohe Kosten um die 8.000 Euro verursacht hat. Nun kann dank des Sensors der Filtrationsprozess sehr genau gesteuert werden.“
Für den Vegapuls C 21 spricht, dass er exakte Messergebnisse unabhängig vom Medium oder den Prozess- und Umgebungsbedingungen liefert. Neben der 80-Gigahertz-Radartechnologie ist es vor allem der optimierten Signalverarbeitung zu verdanken, dass quasi rund um die Uhr zuverlässige Messwerte geliefert werden. Durch die hohe Fokussierung lässt sich der Radarstrahl fast punktgenau auf das jeweilige Medium ausrichten. Störungen, etwa durch Anhaftungen am Antennensystem, werden einfach ausgeblendet. Gleichzeitig ist der Sensor so klein, dass er überall installiert werden kann. Ein Vorteil, der gerade an älteren, gewachsenen Standorten sehr geschätzt wird.
Bedienung per Bluetooth
Bislang wurde der Filtrationsprozess in der Anlage meist visuell durch die Bediener überwacht. „Wir hatten es auch mit der Laser- und der Ultraschalltechnologie versucht, allerdings ließ die Zuverlässigkeit zu wünschen übrig. Auch Geräte anderer Hersteller kamen mit den Anforderungen des Prozesses nicht zurecht“, erinnert sich Vercamst. Erst mit dem kompakten Vegapuls C 21 kam Ruhe in puncto Messgenauigkeit, Zuverlässigkeit und Wiederholbarkeit in den Prozess. Auch dessen Beständigkeit gegen Dampf und Spritzwasser überzeugte.
Installiert war der neue Sensor dank Bluetooth und der intuitiven Bedienstruktur schnell. Gerade in rauen Umgebungen, im Ex-Bereich oder an schlecht zugänglichen Messorten werden Parametrierung, Anzeige und Diagnose durch Bluetooth erheblich erleichtert. Über die Eingabe der Seriennummer lassen sich zudem alle relevanten Informationen zum Messgerät abrufen. Dies erleichtert spätere Wartungsaufgaben. Ein Konzept, das Vercamst auch bei anderen Messstellen überzeugt: „Inzwischen ersetzen wir nach und nach unzuverlässige Sensoren durch Vega-Geräte, wo immer es sich anbietet.“
Diesen Artikel finden Sie in LT 10/2024 auf den Seiten 8 bis 10.
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